Projekte 2009

Veranstaltungsreihe WiSe 2009/10:
Wissensmacht – Machtwissen:

Eine Reihe kritischer Auseinandersetzungen mit Rassismus und kolonialen Kontinuitäten in Universität und Wissenschaften

Podium
Interventionen: Strategien zur Dekolonisierung der Universität und Wissenschaften

Mit Fadua Fayad, Mai Zeidani, Joshua Kwesi Aikins und Juliane Strohschein

Am 10.02.2010 um 18.30 Uhr

(ACHTUNG: Neuer Raum) in der Dorotheenstraße 24 (DOR24 am Hegelplatz), Haus 2 (Gebäudeteil des Haupteingangs), 2.OG, Fritz-Reuter-Saal
[Lageplan der HU]

Die Universität als rassistischer Raum und Wissenschaft als auf vielfältige Weise kolonial geprägte gesellschaftliche Sphäre – dieser Tatbestand wurde in den vergangenen sieben Vorträgen aus verschiedenen Richtungen beleuchtet.

Doch was nun?

Ziel des Podiums soll es sein, rassistische Strukturen und institutionelle Ausschlüsse zu benennen und Interventionsmöglichkeiten zu diskutieren. Wie tragen institutionelle und inhaltliche Faktoren zusammen zur Aufrechterhaltung einer rassistischen Uni, Lehre und Hochschulpolitik bei? An welche vergangenen Interventionen lässt sich anknüpfen, wie kann die Reproduktion rassistischer Strukturen gestört werden? Was können Aufgaben unterschiedlich positionionierter Akteur_innen sein?

Auf der Suche nach potentiellen Antworten werden Fadua Fayad, Mai Zeidani, Joshua Kwesi Aikins und Juliane Strohschein von ihren Erfahrungen berichten, ihre Vorschläge, aber auch Bedenken diskutieren. Außerdem wird es die Möglichkeit zur offenen Diskussion und den Raum für Vernetzungen geben. Wir freuen uns auf eure Teilnahme!

Die Veranstaltung ist letzter Teil der Reihe:

Wissensmacht - Machtwissen

Im Rahmen der Aktionen verschiedener Berliner politischer Gruppen zur 125ten Jährung der Berliner Konferenz von November 2009 bis Februar 2010 plant der Studierendenverein Commit Berlin e.V. eine Veranstaltungsreihe, in der koloniale Kontinuitäten im Alltag und in Wissenschaftsbetrieben thematisiert werden sollen. Die Veranstaltungen sind Teil der politischen Bildungsarbeit von Commit Berlin und wollen zur Sensibilisierung der deutschen Öffentlichkeit beitragen

Ausgangspunkt ist die Universität als ein Ort, der den Alltag von Studierenden und Lehrenden wesentlich prägt und an dem vorgeblich universelles Wissen und ‚Wahrheiten’ produziert werden, sich gesellschaftliche Ein- und Ausschlüsse spiegeln, Zugänge zu Realität und Wissen verhandelt werden.

Wir wollen kritisch hinterfragen, was in der Berliner Wissenschaftsbetrieben passiert. Wer kann dort sprechen und worüber? Wessen Stimme wird gehört? Wessen Wissen wird als Wissen anerkannt? Welche Funktion haben diese Ein- und Ausschlüsse für die Selbstkonstruktion der dominanten weißen Wissenschaften?

In Deutschland gibt es kaum Studiengänge, die sich explizit mit Post-Kolonialität befassen, zu viele (weiße) Menschen wissen und lernen nichts über die Berliner Afrika-Konferenz und deren bis heute währenden Folgen. Die Auseinandersetzung mit deutscher Kolonialgeschichte und bis heute sicht- und spürbaren kolonialen Denk- und Verhaltensmustern und Strukturen ist noch nicht in der selbsternannten Mitte der Gesellschaft angekommen. Kolonialrevisionismus und Alltagsrassismus gehen Hand in Hand und legitimieren im Deutschland des 21. Jahrhunderts einen kolonialen Raum.

Die Veranstaltungsreihe soll zur Anerkennung eines post-kolonialen Diskurses in Deutschland beitragen und zu einer kritischen Reflektion (vor allem von Studierenden) über gewaltvolle Strukturen in ihrem eigenen Umfeld anregen. Ebenso versuchen wir, eine breitere Öffentlichkeit für alltägliche Rassismen zu sensibilisieren.

Wir wollen eine Einführung in diverse Themenbereiche wie Alltagsrassismus, diskriminierende Strukturen in den Wissenschaften oder Deutsch als kolonial- rassistische Sprache bieten, Denkanstöße geben und zur weiteren Diskussion und Reflektion der behandelten Themen anregen.

Für diese Verhandlungen haben wir die Universität gewählt, denn es ist an der Zeit, dass sich weitere Diskurse und Perspektiven an diesem Ort Platz verschaffen und so zu einer weiterreichenden Transformation beitragen.

Flyer zur Veranstaltungsreihe [PDF 1MB]

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Kampala - Berlin Austauschprogramm

In den Sommersemesterferien 2009 organisieren Conflict Resolution by Youth Uganda (CRY) und Commit Berlin e.V. ein gemeinsames Austauschprogramm mit Student_innen verschiedener Fachrichtungen aus Berlin und Kampala. Das Austauschprogramm setzt sich zusammen aus einer gemeinsamen Vorbereitungsphase, einem vierwöchigen Aufenthalt in Kampala und einer dritten Programmphase in Berlin.

Das Programm soll eine gemeinsame Diskussionsplattform bieten, eigene Lernprozesse anregen und der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Thematiken Raum geben, die die Programmteilnehmer_innen beschäftigen. So können Verbindungen zwischen den individuellen Lebensrealitäten entstehen, die neue Perspektiven ermöglichen.

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Workshop mit Grada Kilomba

Anfang August 2009 organisierte Commit Berlin e.V. im Spannungsfeld zwischen Rassismus und Weißsein den Workshop „In Your Soul – Interventionen gegen Rassismus“. Eines der zentralen Anliegen des Vereins ist es, einen Beitrag zu einer kritischen öffentlichen Auseinandersetzung mit alltäglichem Rassismus in Deutschland zu leisten. Die Zusage von Dr. Grada Kilomba, Psychotherapeutin und Dozentin an der Freien Universität Berlin, erneut ihre Zeit, Energie und Inspiration als Workshopleiterin für Commit zur Verfügung zu stellen, ehrte und erfreute uns sehr. Ihre Workshops, die im Spannungsfeld von kritischem Weißsein und Antirassismusarbeit angesiedelt sind, haben durch ihre Intensität bereits Berühmtheit erlangt. Mit ihrer Arbeit ermöglichte sie es bisher interessierten und offenen Menschen, sich auf kreative und tiefgehende Weise mit ihren eigenen Erfahrungen von alltäglichem Rassismus auseinanderzusetzen. Eine erfolgreiche Bewerbung bei dieGesellschafter.de – eine Initiative der Aktion Mensch zur Förderung zivilgesellschaftlicher Projekte – ermöglichte die Finanzierung und Durchführung des Workshops.

Dieser kleine Bericht soll einen Überblick über die Themem und Methoden geben, mit denen sich die Teilnehmenden des Workshops „In Your Soul – Interventionen gegen Alltagsrassismus“ beschäftigt haben und welche Erfahrungen aus den Erlebnissen des Workshops abgeleitet werden können. Ergänzend sind einige Aussagen der Workshopleiterin Dr. Grada Kilomba zur Unterstützung des Verständnisses sinngemäß in Kursivschrift wiedergegeben und detaillierte Beschreibungen der verwendeten Methoden in einer Box an der betreffenden Stelle zu finden.

Viel Spaß beim Lesen!

 

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