Auslandsprojekte

Von 2003 bis 2010 organisierte und koordinierte Commit jedes Jahr Projekte in Kooperation mit Partnerorganisationen unter anderem in Uganda, Kenia, Sierra Leone, Indien und Nepal. Die Arbeit war inhaltlich an der Zielsetzung der verschiedenen Partnerorganisationen orientiert, weshalb sie ein großes Themenspektrum umfasste. Darunter fielen beispielsweise die methodisch geleitete Vermittlung von Inhalten bezüglich der HIV/Aids- und Gesundheitsaufklärung, sowie der Friedensarbeit und Konflikt-bewältigung.

Die Projektgruppen innerhalb des Vereins erarbeiteten gemeinsam mit den Vertretern der Partnerorganisation ein konkretes Projekt vor Ort. Um die ausgewählten Teammitglieder umfassend auf ihren Aufenthalt im Ausland und die Gegebenheiten vor Ort vorzubereiten, stellte Commit ein Trainingsprogramm mit Vorträgen, Teambuilding und Workshops zur Verfügung.

Das Projekt wurde anschließend an diese mehrmonatige Vorbereitungsphase gemeinschaftlich von dem Münchner Freiwilligenteam und Mitarbeitern der Partnerorganisation in einem Zeitraum von 6-8 Wochen durchgeführt. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Partnerorganisation wollte Commit sicherstellen, dass sich die Projektarbeit an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientiert und keine unpassenden Problemlösungen aufgedrängt werden. Die Nachhaltigkeit der Projekte stand und steht für Commit im Vordergrund.

Nach Abschluss des Projektzyklus 2010 wurde beschlossen, die Zusammenarbeit zwischen Commit und den Partnerorganisationen in den Projektländern zu beenden. Das Ideal einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit auf Augenhöhe konnte in den Projekten nicht realisiert werden. Das Aussetzen der Auslandsprojekte war kein unbedachter Schritt, sondern die Folge eines jahrelangen Prozesses, der von gründlichen, reflektierten Überlegungen und vielen kritischen Diskussionen geprägt war. Zu den Fragen, die sich der Verein in den vergangenen Jahren vermehrt gestellt hat, gehörten: „Was bedeutet Entwicklung?“, „Wer hilft Wem bei Auslandsprojekten?“, „Sind wir als fachlich unausgebildete Europäer wirklich kompetent, um Jugendlichen in Uganda etwas über Liebe, Sexualität und Verhütung beizubringen?“, „Wer sind wir in den Augen unserer Partnerorganisationen: Praktikanten, Geldgeber, echte Partner?“

Globale Bildungsarbeit stellt seitdem den Schwerpunkt der Arbeit von Commit dar. Diese Neuakzentuierung findet ihren Ausdruck in der intensivierten Durchführung von Schulprojekten und der regelmäßigen Organisation von thematisch wechselnden Vortragsreihen.

Allerdings lehnt Commit Projekte im Ausland nicht im Generellen ab. Sollte der Verein sich in Zukunft für die Durchführung von Auslandsprojekten entscheiden, so muss zuvor vereinsintern geprüft werden, ob die Projekte auch wirklich nachhaltig sind und der Zielsetzung des Vereins entsprechen.

Für die Akquise neuer Projekte im Ausland hat sich innerhalb des Vereins eine Arbeitsgruppe zusammengefunden, die jederzeit offen ist für Projektvorschläge.